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Mit weniger Energie mehr erreichen

Medienmitteilung vom 11. September 2012


Die Aargauer Landeskirchen wollen Energie sparen. Dabei helfen seit zwei Jahren je eigene Ökofonds der Römisch-Katholischen und der Reformierten Landeskirche. An der Baufachtagung unter dem Titel „Bewahrung der Schöpfung konkret“ wurden am vergangenen Samstag in Rupperswil erste Erfahrungen ausgetauscht.


Das Programm der Fachtagung war üppig befrachtet. Aus dem „Grusswort“ von Regierungsrat Peter C. Beyeler wurde eine ausgewachsene Begrüssungsrede, welche es allerdings in sich hatte. So mahnte der Aargauer Energiedirektor, dass es nicht falsch sei, Energie zu gebrauchen. Es sei aber wichtig, dass man die Energie bewusst einsetze. Es gehe vor allem darum, mit weniger Energie mehr zu erreichen.


Es folgten die Ausführungen der beiden Kirchenräte Daniel Hehl (ref.) und Rolf Steinemann (röm.-kath.). Hehl legte ein paar eindrückliche Zahlen vor. Mit rund 330 Immobilien gehört die Reformierte Landeskirche zu den grössten Immobilienbesitzerinnen des Kantons. Dabei handelt es sich, wie auch bei den Katholiken, um viele Kirchen und denkmalgeschützte Bauten, welche in Sachen Energiesparen echte Herausforderungen darstellen. Energie zu sparen sei aber eine soziale Verantwortung, so Hehl. Das könne vor allem im täglichen Betrieb geschehen, dann durch Sanierungen der Gebäudehüllen und, wo möglich, durch den Bezug oder sogar die Produktion von erneuerbaren Energien.


Seit zwei Jahren ist das Ökofonds-Reglement der Römisch-Katholischen Landeskirche in Kraft. Es unterstützt Pfarreien und Kirchgemeinden dabei, mittels direkter oder indirekter Massnahmen Energie zu sparen und die Energieeffizienz zu steigern. 31 Gesuche sind bisher bei der Fondsleitung eingegangen und haben auch Unterstützung erhalten. „Aber ich sage es ganz offen“, so Steinemann zum Schluss seiner Ausführungen, „das Interesse der Kirchgemeinden scheint etwas nachgelassen zu haben. Es dürften mehr Gesuche eingereicht werden.“


Ein Vorzeigeobjekt
Der Tagungsort war klug gewählt. Das reformierte Kirchgemeindehaus von Rupperswil ist vor zwei Jahren vom Minergiespezialisten Werner Setz saniert worden. Es steht heute als energetisches Vorzeigeobjekt da. Architekt Setz berichtete über seine Erfahrungen mit dem Umbau und empfahl allen Kirchgemeindevertretern, bei Sanierungen immer Gesamtkonzepte zu erstellen und diese dann von einem Vertrauensarchitekten überprüfen zu lassen. Der Einbau einer Holzpelletsheizung hat in Rupperswil, neben weiteren bautechnischen Massnahmen, den Energieverbrauch um 60 Prozent von 75‘000 auf 30‘000 Kilowattstunden reduziert.


Nicht nur Solaranlagen
Kurt Aufdereggen ist der Umweltbeauftragte der Organisation oeku Kirche und Umwelt in Bern. Der Verein macht es sich seit 25 Jahren zur Aufgabe, Aufklärung und Beratung in allen Bereichen des bewussten Umgangs mit Umwelt und Ressourcen anzubieten. „Die Aargauer Landeskirchen sind vorbildlich mit ihren Ökofonds“, konstatierte Aufdereggen und erklärte anhand von einigen praktischen Beispielen, warum gerade Kirchen ganz besondere Gebäude seien. Die Beispiele sind auf der Homepage http://www.oeku.ch/ zu finden und machen nachvollziehbar, dass gezieltes Energiesparen in den meisten Fällen mehr Nutzen bringt als der Versuch, erneuerbare Energien selber zu produzieren.


Ein Gedanke, den der Leiter der kantonalen Denkmalpflege, Reto Nussbaumer, nur zu gerne aufnahm, denn sein Credo kam kurz und knapp: „Photovoltaik ist nicht die Lösung.“ Er erinnerte daran, dass gerade sakrale Bauten seit Hunderten von Jahren bestünden und Imageträger unserer Kultur seien. Auch dann noch, wenn die Teilnehmer dieser Tagung schon längst nicht mehr seien. Solaranlagen gehörten nicht auf Kirchendächer, sondern in die Industriezonen oder auf Nachbarsgebäude, die sich dafür eigneten.


Leben in Fülle
So ging es Schlag auf Schlag. Kurze Verschnaufpausen boten einzig die virtuosen Einlagen des Blockflötenquartetts „i flauti“, die Kaffeepause und der Stehlunch. Ausserdem fasste die Moderatorin der Tagung, SR DRS-Inlandredaktorin Karoline Arn, das Gesagte immer wieder praktisch zusammen und übergab das Wort auch gerne dem Organisationsverantwortlichen, Marcel Notter. Der Generalsekretär der Römisch-Katholischen Landeskirche im Aargau hatte die schöne Aufgabe, allen Referenten ein Geschenk zu überreichen. Dem Anlass gerecht, bestand dieses in einem sogenannten Wildbienen-Appartement. Dieses nachhaltige Präsent freute Regierungsrat Beyeler (Berndeutsch für Bienenzüchter) natürlich besonders. Aber auch alle anderen nahmen die schmucke Gabe aus den Händen von Grossratskandidat Notter gerne entgegen. Umso mehr, als es der überzeugte Naturschützer bei jeder Laudatio schaffte, die Aussagen des Referenten sec und mit feinem Humor in ein gelungenes Bonmot umzuwandeln.


In vier Ateliers konnten die 60 Tagungsteilnehmer dann noch tiefer in die Praxis eintauchen. Sicherheitsfachmann Franz Treier machte auf die Verantwortung der Kirchgemeinden im Zusammenhang mit der Arbeitssicherheit aufmerksam. Bruno Lüscher, der Sigrist der Reformierten Kirchgemeinde Rupperswil, erläuterte auf einem Rundgang durch das Kirchgemeindezentrum das positive Praxisbeispiel. Der auf die Restaurierung historischer Bauten spezialisierte Architekt Castor Huser gab Tips zur Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege und Kurt Aufdereggen und Kurt Zaugg von oeku Kirche und Umwelt sprachen mit ihren Atelierbesuchern über das Energiesparen in der Praxis.


Die Aargauer Landeskirchen haben erkannt, dass es menschlicher Anstrengungen bedarf, um das Wort des Johannesevangeliums in Realität umzusetzen, Joh 10,10: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ Dazu gehört ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit unseren Ressourcen und Energien an vorderster Stelle, denn auch spätere Generationen sollen auf dieser Erde existieren und sich weiterentwickeln können.

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Für Rückfragen
Römisch-Katholische Landeskirche: Christian Breitschmid, Kommunikation, 062 832 42 79, kommunikation@kathaargau.ch 
Reformierte Landeskirche: Frank Worbs, Kommunikation, 062 838 00 18 (079 444 97 82), info@ref-aargau.ch
Christkatholische Landeskirche: Ernst Blust, Präsident, 056 460 86 06, ernst.blust@ensi.ch




Aufgeschaltet am 11. September 2012
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