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Zwischen den Welten – Studienreise der Kantonsschule Wettingen in den Nahen Osten

Im Rahmen der Vario-Woche an der Kantonsschule Wettingen brachen am 1. Oktober 2010 früh morgens um 5 Uhr 14 Schülerinnen und Schüler, eine Gymnasiastin aus Bern sowie drei Leitende in die fremde Welt «Naher Osten» auf. Unser Horizont erweiterte sich äusserlich und innerlich, insbesondere was das Thema unserer Studienreise betraf: «Religion und Kultur in Israel». Wir durchstreiften das Land von der südlichen Negev-Wüste bis zum Golan im Norden; kamen ins Gespräch mit den unterschiedlichsten Menschen: zum Beispiel unserem Reiseführer vor Ort, einem politisch links ausgerichteten, säkularen israelischen Juden mit Schweizerpass; unserem Buschauffeur, einem arabischen Beduinen, der Muslim und Israeli zugleich ist; einem christlichen Palästinenser, der uns im palästinensischen Autonomiegebiet Bethlehem begleitete; der palästinensischen Ministerin für Tourismus, Dr. Khouloud Daibes, die uns vor der Geburtskirche empfing und uns einlud, beim nächsten Mal im palästinensisch verwalteten Bethlehem zu übernachten; unterschiedlichsten arabischen oder jüdischen Händlern im Basar der Jerusalemer Altstadt, mit denen wir um den Verkaufspreis feilschten oder einem drusischen Familienoberhaupt auf dem Golan, bei welchem wir nach arabischer Sitte zu Gast sein durften.

Von dieser Multikulturalität zeugt auch das Stadtbild von Jerusalem. Vom Ölberg aus gesehen stechen als erstes die goldene Kuppel des muslimischen Felsendoms und die Al-Aqsa-Moschee ins Auge. Die etwa 500 Meter lange und 300 Meter breite Mauer, die das Areal umgibt, erinnert den historisch Gebildeten an das immense Tempelareal, auf dem ursprünglich der jüdische Tempel stand. Wer den Blick weiter schweifen lässt, erkennt ein Gebäude mit einer grossen und einer kleinen grauen Kuppel. Es handelt sich um die Grabeskirche, die über dem Hügel Golgatha und dem Grab Jesu errichtet worden war – wovon archäologische Ausgrabungen und alte Quellen zeugen. Ihre ursprünglich goldene Kuppel diente einst dem muslimischen Erbauer des Felsendoms als Vorbild.

Leider war es uns aus Zeitgründen nicht möglich, in Jerusalem die muslimischen Heiligtümer zu besuchen, denn ihre Öffnungszeiten stimmten mit unserem straff geführten Programm nicht überein. Trotzdem erhielten wir einen Eindruck von der Atmosphäre der Gebets-Pflicht im Islam: Als der Muezzin in voller Lautstärke von allen Minaretten der Stadt zum Gebet rief, verstummten wir. Am späten Abend wurden wir durch das nächtliche Gebet an der Klagemauer seltsam berührt, und dies obwohl wir zuerst einen Checkpoint passieren mussten, an dem wir und unsere Taschen durchsucht wurden. Um diese späte Stunde fanden sich dort nur noch Juden und Jüdinnen; die Touristen weilten bereits in ihren Unterkünften. Unsere Männer steckten auf der Männerseite einen Zettel in die Ritzen der Mauer, unsere Frauen auf der Frauenseite. Und wer weiss, vielleicht erfüllen sich diese Wünsche bald – so die Hoffnungen der jungen Menschen.

Sieben Tage später sind wir dann müde, aber glücklich und mit vielen Eindrücken und wunderschönen Erinnerungen von der Sonne über Israel wieder in Zürich Kloten gelandet. Trotz allem – ein friedliches Zusammenleben im Nahen Osten (im Kleinen an den unterschiedlichsten Orten vorgelebt) sollte doch möglich sein ?! – so zumindest unser Fazit.

Für das Leitungsteam:
Dr. Christine Stuber, Religions- und Hebräischlehrerin



16 Fotos


Aufgeschaltet am 3. Mai 2011
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