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Studienreise 2009 nach Bratislava

In der Woche nach Ostern machten sich 19 Schülerinnen und Schüler der Kantonsschulen Aarau und Wettingen zusammen mit ihren drei Lehrerinnen und Lehrern mit dem Zug nach Bratislava auf. Drei Tage erkundeten sie dort die Spuren des Kommunismus und seiner Auseinandersetzung mit der Religion.

Die peppige Stadtführung öffnete die Augen für das kommunistische Erbe: «Stalin-Barock» in der wiederhergestellten Altstadt und die grösste Plattensiedlung des Ostblock, genannt «Beton-Dschungel» am Rande der Stadt. Das Judenviertel wurde zur Zeit des Kommunismus zu Gunsten einer Autostrasse einfach plattgewalzt und die bürgerlichen Häuser liess man verkommen. Heute werden sie ausländischen Botschaften zur Verfügung gestellt und von diesen meist renoviert. Die wieder erstarkende Katholische Kirche erreichte zumindest, dass an den Feiertagen über Ostern in diesem Jahr erstmals die Geschäfte wieder geschlossen waren.

Am folgenden Tag stand eine Begegnung mit dem langjährigen Parlamentspräsidenten Frantisek Miklosko auf dem Programm. Er erinnerte an die Opfer des Kommunismus: 73'000 wurden in Gefängnissen und 15’000 im Gulag untergebracht. Der Fall des Kommunismus im November 1989 interpretierte er als Bibelwunder, welches durch viele Gebete hervorgerufen wurde: «Das Christentum hat den Kommunismus besiegt, nur noch Cuba braucht unsere Solidarität». Glücklicherweise hätte die Donau sowohl die Türken wie auch die Kommunisten stoppen können, gab er schliesslich zu bedenken. Zum Abschluss führte er mit grossem Stolz durchs Parlamentsgebäude.

Eindrücklich am Abend der Besuch des Obdachlosen-Theaters. Ein Projekt der Organisation Nota Bene nach Londoner Vorbild: Sozialarbeiter studieren mit Leuten von der Strasse über Monate ein Stück ein, das sie öffentlich aufführen. Ein herausforderndes Unterfangen!



Nach anfänglichen Schwierigkeiten war auch Priester Anton Srholec auffindbar: «Ich bin kein Yes-Man, meine Firma ist das Obdachlosenheim», seine Erklärung dazu. Er sass seine jungen Jahre als Priester im Gefängnis ab und wurde nach der Befreiung mit 60 früh-pensioniert. So baute er aus eigener Initiative das Heim, welches für 120 € im Monat 40 Männer beherbergt und täglich 100 Mittagessen zu 50 Cent verteilt. Er führte uns zu Gedenkstätten für die Opfer des Kommunismus und mahnte eindringlich, dass damals Studenten erhängt wurden nur wegen dem Anbringen von antikommunistischen Plakaten! Ein gemeinsames Unser Vater durfte an diesen Orten nicht fehlen. Das andere Denkmal an der Donau, welches auch er errichten liess,  erinnert an die 400 an der Grenze Erschossenen. Er selber wurde dort bei seinem Fluchtversuch verhaftet.

Die Begegnungen mit Jugendlichen aus der Stadt und ein Halbtag in Wien, wo zwischen Kaffeehauskultur, Kunsthistorischem und Jüdischem Museum gewählt werden musste ergänzten das reiche Programm, so dass während der Rückreise im Nachtzug wie während der ganzen Reise gute Stimmung herrschte.

Martin Zürcher




Aufgeschaltet am 16. Juni 2009
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Begegnung mit dem langjährigen Parlamentspräsidenten
Begegnung mit dem langjährigen Parlamentspräsidenten
Foto: Martin Zürcher